Welche Grösse passt? Anprobe-Tipps für handgenähte Lederschuhe
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Handgenähte Lederschuhe fallen nicht so berechenbar aus wie industriell gefertigte. Das liegt weniger an der Fertigung als am Material: Naturleder weitet sich in den ersten Tagen und formt sich zum Fuss. Ein Schuh, der beim Anziehen minimal knapp wirkt, kann nach einer Woche perfekt sitzen — einer, der von Anfang an bequem-locker ist, wird meist zu weit.
Schritt 1: Den Fuss ausmessen
Messen Sie am Abend, nicht am Morgen. Füsse werden im Tagesverlauf grösser, und ein Schuh, der abends passt, passt auch morgens.
- Stellen Sie sich mit dem Gewicht auf beiden Beinen auf ein Blatt Papier an einer Wand, Ferse an der Wand.
- Markieren Sie das Ende des längsten Zehs — das muss nicht der grosse Zeh sein.
- Messen Sie den Abstand von der Wandkante bis zur Markierung in Zentimetern.
- Wiederholen Sie das mit dem zweiten Fuss und nehmen Sie den grösseren Wert.
Fast alle Menschen haben zwei unterschiedlich grosse Füsse. Der grössere entscheidet.
Schritt 2: Das Modell berücksichtigen
Unsere Modelle sind auf unterschiedlichen Leisten gearbeitet und fallen deshalb nicht identisch aus:
- Classic, Silber, Speci — normale Breite. Ihre gewohnte Grösse.
- Breit — bewusst weiter geschnitten. Bei normaler Fussbreite eine Nummer kleiner, bei breitem Fuss oder hohem Spann Ihre übliche Grösse.
- Rund — breitere Zehenkappe, in der Länge normal. Gewohnte Grösse, aber deutlich mehr Platz vorne.
- Pantoffeln — fallen grosszügig aus. Gewohnte Grösse; mit Socken eine Nummer grösser.
- Stiefel — normal. Für dicke Socken eine Nummer grösser.
- Gladiator-Sandalen und Xena — über die Riemen bzw. die Schnürung stufenlos regulierbar, deshalb am unkritischsten. Gewohnte Grösse.
Schritt 3: Die Einlaufzeit einplanen
Rechnen Sie mit etwa einer Woche, bis sich Ober- und Futterleder gesetzt haben. In dieser Zeit gilt:
- Anfangs nur ein bis zwei Stunden am Stück tragen, nicht gleich einen ganzen Tag.
- Nicht mit Wasser oder Wärme nachhelfen — beides schadet unbehandeltem Leder mehr, als es weitet.
- Drückt der Schuh nach einer Woche noch punktuell, wird er es auch später tun. Dann ist es die falsche Grösse, keine Einlauffrage.
Wie merke ich, dass die Grösse stimmt?
Im Stehen sollte vor dem längsten Zeh etwa eine Daumenbreite Platz sein. Die Ferse darf beim Gehen minimal mitgehen — bei flachen Schlupfmodellen ist ein leichtes Heben normal und verschwindet, sobald sich das Leder gesetzt hat. Was nicht normal ist: seitlicher Druck am Ballen oder ein Zeh, der vorne anstösst.
Zwischen zwei Grössen?
Nehmen Sie bei Schlupfmodellen (Classic, Rund, Silber, Speci) die kleinere — das Leder weitet sich. Bei geschnürten Modellen (Oxford, Boot Small, Boot Breit, Xena) die grössere, weil sich die Schnürung enger ziehen lässt, aber nicht weiter.
Unsicher? Schreiben Sie uns Ihre Fusslänge in Zentimetern und das gewünschte Modell — wir melden uns mit einer Empfehlung. Zum Kontakt